Vorsätze fürs neue Jahr | Dieses Mal aber wirklich!!!

Ich gehöre zu den Menschen, die sich jedes Jahr aufs Neue eine viel zu lange „Vorsätze fürs Neue Jahr“ Liste machen. Das Einzige was ich jemals konsequent geschafft habe – Vegetarier zu werden. Gut, 2014 konnte ich auch „abnehmen“ von der Liste streichen, habe aber das Jahr darauf die gleiche Menge wieder zugenommen – zählt also nicht.

Jedes Jahr mache ich mir eine Liste von locker 10-20 Dingen, die ich innerhalb des kommenden Jahres erreichen will. Und doch passiert es mir, wie wohl den meisten, dass diese Liste irgendwann in Vergessenheit gerät und man am Ende des Jahres die alte Liste peinlich berührt einfach fürs kommende Jahr übernimmt.

Nicht mit mir, nicht dieses mal! – Vermutlich ein Spruch, den viele auch jedes Jahr aufs neue raushauen. Aber ich meine es ernst! Dieses mal aber wirklich!

Wie schon einmal Einstein sagte: „Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“

Ist es nicht das, was wir jedes Jahr aufs neue machen? Wir machen immer wieder den gleichen Mist. Nie denken wir darüber nach WARUM wir es dieses Jahr schon wieder nicht geschafft haben. „Ich bin einfach zu willensschwach“ – ist vermutlich die häufigste Ausrede, dicht gefolgt von Schuldzuweisungen auf Personen oder Umstände, die man so ja nicht kommen sehen konnte. Klar ist nicht alles eine Ausrede, wenn jemand ernsthaft erkrankt ist, hat er wohl kaum den Kopf dazu, mal nebenbei noch 15kg abzuspecken – davon rede ich gar nicht.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt also darin, zu analysieren warum wir wirklich all die Jahre an unseren Vorsätzen gescheitert sind, um dann etwas an seiner Taktik ändern zu können. Um eben nicht immer das Gleiche zu tun.

Willenskraft

Beginnen wir mit dem inneren Schweinehund. Mein Schweinehund ist gefühlt immer viel größer, als der anderer Menschen. Und ob ihr es glaubt oder nicht, ich könnte damit recht haben. Der Schweinehund ist mangelnde Willenskraft. Für die Willenskraft und auch das Kurzzeitgedächtnis ist der Präfrontale Cortex zuständig.

Baba Shiv und Alexander Fedorikhin führten 1999 eine Studie durch, in der sie Probanden eine zwei- oder siebenstellige Zahl merken ließen. Anschließend bot man ihnen Schokoladenkuchen und Fruchtsalat an. Die Gruppe der siebenstelligen Zahlen haben doppelt so oft zum Kuchen gegriffen, als die mit den zweistelligen Zahlen, womit der Verdacht nahe liegt, dass sich Kurzzeitgedächtnis und Willensstärke eine Ressource teilen und nicht beides gleichzeitig voll ausgelastet werden kann. Das erklärt auch meine viele Nascherei beim Lernen, nicht nur werden dabei Glücksgefühle ausgelöst, die ich in der Situation dringend benötige, auch bin ich dann durch fehlende Willenskraft anfälliger für Süßigkeiten.

Aber nicht verzagen, Jürgen fragen – denn das Gehirn lässt sich trainieren wie ein Muskel. Mit vielen verschiedenen Übungen kann man täglich seine Willenskraft trainieren. Von besserer Haltung (die dem Rücken sicherlich gut tut) über weniger Naschen und mehr gesunde Alternativen, bis hin sich zum Sport aufzuraffen, hat alles mit Willenskraft zu tun. Das allein bringt euch schon ein gutes Stück näher, die Vorsätze zu erfüllen.

Interessante Übungen um die Willenskraft zu steigern habe ich auf diesem Blog gefunden.

Vorsätze

Ein weiterer Fehler ist es, falsche Vorsätze zu machen. Weniger ist mehr! Wenn du, wie auch ich, immer viel zu viele Dinge auf deiner Vorsätze-Liste hast, überfordert es eher und du wirst dadurch noch unmotivierter sein und erst recht nichts davon schaffen. Das erinnert mich sehr stark an meine täglichen To-Do`s. Habe ich eine lange Liste, verdränge ich es lieber und mache Dinge die überhaupt nicht auf der Liste stehen.

Also verkleinere deine Liste auf die wichtigsten Ziele. Und vor allem – übernimm dich nicht. Es macht keinen Sinn innerhalb eines Jahres jegliches Gramm Fett abnehmen zu wollen. Abnehmen ist ein Ziel, das man sich über mehrere Jahre stecken sollte, langsam aber konstant abnehmen und nicht alles auf einmal. Das halten die meisten dann eh nicht durch und wenn doch, lauert der Jojo Effekt an der nächsten Ecke….ich sprech da aus Erfahrung.

Ich habe 26 Jahre meines Lebens viele Dinge nicht hinbekommen, warum sollte ich also alles auf einmal in einem Jahr schaffen? Habe ich mein Leben lang nicht mit Geld umgehen können, ist es völlig unrealistisch, plötzlich pro Monat 100€ sparen zu können. Kleine Schritte sind der Weg zum Ziel. Gebt euch mehr Zeit und konzentriert euch auf wenige, dafür erreichbare Ziele.

Außerdem müssen die Ziele klar strukturiert und spezifisch sein. Einfach nur „abnehmen“ als Vorsatz ist nicht wirklich Zielführend. Habe ich nächstes Jahr an Silvester nur 100g weniger auf der Waage als heute, habe ich technisch gesehen abgenommen. Das ist sicherlich aber nicht mein Ziel.

Fun Fact: Laut statista gaben 46% der Befragten an, abnehmen zu wollen. Ich bin also nicht alleine mit meinem ewigen abnehmen-Vorsatz =) Und immerhin 27% gaben an sparsamer sein zu wollen.

Ich glaube meine Vorsätze werden in etwa wie folgt lauten:

  • 10 kg Fettmasse abnehmen
  • Eine Verhaltenstherapie beginnen (zwecks ARFID)
  • Meine Ernährung um 5 Gemüsesorten zu erweitern

Was habt ihr euch für das kommende Jahr vorgenommen?

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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